Wohnung auflösen – selbst machen oder lieber Entrümpelungsfirma beauftragen?

Wenn ein Auszug ansteht oder ein Angehöriger verstorben ist, steht man oft vor einer großen, emotional wie körperlich anstrengenden Aufgabe: Eine Wohnung komplett leer zu räumen. Möbel, Küche, Betten, Schränke, Teppiche, Elektrogeräte – alles muss raus. Ich habe das selbst erlebt, als ich die Wohnung meiner Mutter nach ihrem Tod auflösen musste. Und ich kann sagen: Man unterschätzt, wie viel Arbeit, Zeit und Kraft so etwas kostet.

Der erste Gedanke: „Ich mache das selbst“

Viele denken zunächst: Das kann ich auch allein oder mit Freunden schaffen. Schließlich ist es ja „nur“ eine Wohnung. Doch sobald man anfängt, merkt man, was das wirklich bedeutet.

Wer vor einem Umzug steht, hat die beste Möglichkeit, eine Entrümpelung durchzuführen. Kein anderer Zeitpunkt ist für ein Ausmisten der eigenen Sachen besser geeignet, als ein Umzug. https://bauherrenhilfe.org/fachinformationen/verbrauchertipps/so-koennen-sie-beim-umzug-eine-entruempelung-durchfuehren/

Ein Beispiel: Ein einfacher Kleiderschrank aus Echtholz wiegt schnell 80 bis 120 Kilogramm. Beim Abbau sind zwei Personen nötig – allein schon, um die Türen sicher zu demontieren. Dazu kommen Bettgestelle, Matratzen, Kommoden, der schwere Wohnzimmertisch, das Sofa, vielleicht noch eine Waschmaschine oder ein alter Fernseher.

Ich hatte damals einen Transporter geliehen und die Möbel selbst zur Entsorgungsstelle gefahren. Doch allein das Tragen aus dem dritten Stock ohne Aufzug war eine Tortur. Drei Tage habe ich gebraucht, um alles aus der Wohnung zu bekommen. Am Ende war ich körperlich komplett fertig.

Der größte Brocken: Die Küche

Besonders die Küche ist eine echte Herausforderung.
Die Arbeitsplatte ist oft fest verschraubt, die Hängeschränke müssen von der Wand, Spüle und Wasseranschlüsse abmontiert werden, eventuell muss auch ein Herd oder eine Dunstabzugshaube abgebaut werden.
Je nach Alter der Küche ist vieles verschraubt, verklebt oder sogar silikonversiegelt. Ohne passendes Werkzeug und Erfahrung kann man hier schnell etwas beschädigen – oder sich verletzen.

Eine durchschnittliche Einbauküche wiegt zusammengerechnet locker 300 bis 400 Kilogramm. Wenn Geräte wie Kühlschrank, Backofen oder Spülmaschine dazukommen, steigt das Gewicht noch weiter. Wer das selbst abbaut, sollte einen guten Akkuschrauber, Schraubenschlüssel, Handschuhe und viel Geduld mitbringen.

Zeit und Kosten bei Eigenleistung

Selbst eine kleine Wohnung von 60 bis 70 Quadratmetern zu räumen dauert – wenn man alles selbst macht – gut drei bis fünf volle Tage. Man braucht:

  • Transportfahrzeug oder Anhänger (Miete: ca. 80–150 € pro Tag)
  • Entsorgungsgebühren für Sperrmüll (je nach Menge: ca. 50–200 €)
  • Kraftstoff für mehrere Fahrten (ca. 30–70 €)
  • Werkzeug und Verpackungsmaterial (Folie, Kartons, Müllsäcke, Klebeband: rund 50 €)

Insgesamt kommt man schnell auf 200 bis 400 Euro Eigenkosten, wenn man alles selbst erledigt. Der Preis klingt erst einmal günstig – aber man darf die körperliche Belastung, das Risiko von Verletzungen oder Schäden und den enormen Zeitaufwand nicht vergessen.

Die Alternative: Entrümpelungsfirma

Ich habe mir beim nächsten Mal ein gutes Berliner Entrümpelungsunternehmen geholt – und das war eine ganz andere Erfahrung. Die Profis kamen mit drei Mann, Werkzeug, Transporter und sortierten direkt: Möbel, Elektroschrott, Holz, Metall, Textilien. Innerhalb eines Tages war die komplette Wohnung besenrein.

Die Kosten waren inklusive Entsorgung, Demontage und Abtransport. Natürlich ist das mehr Geld, aber man spart dafür mehrere Tage Arbeit und jede Menge Stress.
Bei größeren Wohnungen oder stark gefüllten Haushalten (zum Beispiel bei alten Häusern oder Dachböden voller Gegenstände) kann der Preis auch höher liegen. Dafür ist dann aber wirklich alles erledigt – von der Küche über alte Betten bis hin zu Gardinenstangen und Lampen.

Welche Möbel und Gegenstände besonders aufwendig sind

GegenstandDurchschnittsgewichtAufwand beim Abbau / TransportBemerkung
Kleiderschrank (3-türig)ca. 100 kghoch – Demontage nötigoft mehrere Stunden
Bett + Lattenrostca. 40–60 kgmitteleinfach, aber sperrig
Sofaca. 60–80 kgmittel bis hochdurch Türen schwierig
Küche komplett300–400 kgsehr hochGeräte, Wasseranschlüsse
Waschmaschine60–70 kghochsehr unhandlich
Wohnzimmerschrankwand150–250 kgsehr hochmeist mehrere Teile
Teppiche / Vorhängeca. 10–20 kggeringschnell entfernt

Fazit: Wann lohnt sich Eigenleistung?

Wenn man jung, fit und etwas handwerklich begabt ist, kann man eine kleine Wohnung selbst leerräumen. Wichtig ist, dass man genug Helfer hat und alles gut plant.
Bei Wohnungen mit vielen schweren Möbeln, engen Treppenhäusern oder wenn Zeitdruck besteht, ist eine Entrümpelungsfirma jedoch die deutlich bessere Lösung.

Am Ende war es für mich eine Erleichterung, die Arbeit Profis zu überlassen. Die Wohnung war in einem Tag leer, ich hatte keinen Rückenschmerz, keine kaputten Wände – und konnte mich um die wichtigen Dinge kümmern: neue Wohnung, Ummeldung, Verträge.

Ob Eigenleistung oder Dienstleister – beides hat seinen Preis. Aber die Entscheidung sollte nicht nur vom Geld abhängen, sondern auch davon, wie viel Kraft, Zeit und Nerven man investieren möchte.