Bims

Bims ist eine Ablagerung vulkanischen Ursprungs mit porigem Gefüge. In der Baustoffindustrie findet er Verwendung als natürliche Gesteinskörnung – laut Norm seit 2001 „Zuschlag“ – bei der Herstellung von Leichtbeton.

Älteres Bimsmauerwerk mit alter Verfugung/Mörtel
Älteres Bimsmauerwerk mit alter Verfugung/Mörtel

Material Bims beim Hausbau

Wegen seiner hohen Porosität mit einem Luftporenanteil von bis zu 85 Prozent im Volumen eignet sich Bims besonders gut für die Herstellung von Leichtbeton mit weitaus geringerem Raumgewicht als normales Beton. Mit einem maximalen Anteil von 80 Prozent bildet Bims dabei neben Wasser und Zementleim als Bindemittel die Basis des Gesamtgemischs. Leichtbetonplatten mit Bims als Zuschlag eignen sich besonders gut zur Wärmedämmung und sind in Form von u. a.

  • Mauersteinen,
  • Fertigteilen und
  • Wandplatten

im Fachhandel erhältlich. Gesteinskörnungen aus Bims findet zudem Verwendung bei der Herstellung von Leichtmauermörtel und Leichtputz sowie als Schüttgut im Straßen-, Landschafts- und Gartenbau. Bims kann auch künstlich aus Quarzsand hergestellt werden.


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Geologische Entstehung und künstliche Herstellung

Bims unterscheidet sich geologisch nicht von anderem vulkanischem Gestein, ist jedoch infolge seines sehr geringen spezifischen Gewichts erheblich leichter. Voraussetzung für seine Entstehung war eine besonders saure, zähflüssige und gashaltige Lava, die nach der Eruption zu glasigen, besonders hohlräumigen Poren mit einem Volumen von bis zu 85 Prozent erstarrte. Aus diesem Grund wird Bims auch als Vulkanglas bezeichnet. Die Farbe von Schwarz bis Weiß kann stark variieren: Je größer die Blasen sind, umso schwärzer wird das Bims. Bei der Herstellung von künstlichem Bims, auch „Hüttenbims“ genannt, wird bei industriellen Verbrennungen anfallende Schlacke geschäumt und anschließend abgekühlt und gehärtet.

Vorkommen und Abbau

Natürliche Bims-Ablagerungen finden sich überall in Europa in Regionen mit ehemals reicher Vulkantätigkeit, von Island über Italien, Griechenland, Türkei, der Auvergne (Frankreich), Ungarn und auf Teneriffa (Kanaren). Das meiste Bims wird auf den Liparischen Inseln in Italien abgebaut.

In Deutschland gibt es besonders reiche Bimsvorkommen in der Eifel im Gebiet des Laacher Sees und in der Gegend um Neuwied und Koblenz am Rhein. Bims wird im Tagebau auf landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen mit Lössboden abgebaut, die anschließend rekultiviert werden. Somit gilt natürliches Bims als einer der am umweltfreundlichsten abgebauten Natursteine überhaupt.

Verwendung als Baustoff

Leichtbeton mit Zuschlag von Bims ist wegen seiner natürlichen Wärmedämm- und Schallschutzeigenschaften als umweltfreundlicher und energiesparender Baustoff beliebt. Durch neu entwickelte Verfahren kann bei einigen Produkten sogar die Wärmedämmung von Holz erreicht oder sogar unterboten werden.

Im Fachhandel ist Leichtbeton mit Bims u. a. als

  • Mauer- oder Plansteine,
  • gefügedichter Leichtbeton,
  • Fertigteile für leichte Trennwände oder
  • Stahlbetondielen für Dach- und Deckenplatten

erhältlich. Auch als wärmedämmende Schüttung für Fußböden, Wände und Dach, als Drainage und Filter, Dämmschüttungen und Verfüllungen beim Straßenbau, als Substrat für Dachbegrünungen sowie in der Hydrokultur finden Gesteinskörnungen aus Bims Verwendung.