Als Handwerksbetrieb, der täglich mit Heizungs- und Sanitäranlagen sowie mit metallverarbeitenden Arbeiten zu tun hat, wissen wir: Die Qualität der eingesetzten Materialien entscheidet über die Lebensdauer einer Anlage. Ein zentraler Baustein unserer Arbeit ist dabei vollentsalztes Wasser – kurz VE-Wasser. Für uns ist es kein Spezialprodukt, sondern fester Bestandteil moderner, langlebiger Handwerksarbeit.
VE-Wasser (Voll-Entsalztes-Wasser) wird auch als demineralisiertes Wasser, deionisiertes Wasser oder destilliertes Wasser bezeichnet. https://www.haustechnikdialog.de/SHKwissen/1979/VE-Wasser
Doch was macht VE-Wasser so besonders? Ganz einfach: Ihm wurden nahezu alle gelösten Salze, Mineralien und Ionen entzogen. Im Gegensatz zu herkömmlichem Leitungswasser enthält es weder Kalk noch korrosionsfördernde Stoffe wie Chloride oder Sulfate. Genau diese Stoffe sind es, die in technischen Anlagen langfristig zu Problemen führen können.
Was ist VE-Wasser – und warum es sich im Handwerk bewährt
Normales Trinkwasser erfüllt hohe Anforderungen für den menschlichen Gebrauch, ist aber für technische Anwendungen oft ungeeignet. Kalkablagerungen, Korrosion und Effizienzverluste sind bekannte Folgen. VE-Wasser hingegen ist nahezu frei von diesen Bestandteilen und sorgt damit für stabile Betriebsbedingungen – insbesondere in geschlossenen Systemen wie Heizungs- oder Kühlkreisläufen.
In unserer täglichen Praxis zeigt sich der Unterschied deutlich: Anlagen, die mit vollentsalztem Wasser befüllt werden, arbeiten zuverlässiger, effizienter und deutlich wartungsärmer.
So entsteht vollentsalztes Wasser: Zwei bewährte Verfahren
Die hohe Reinheit von VE-Wasser wird durch moderne Aufbereitungsverfahren erreicht. Dabei kommen meist zwei Technologien zum Einsatz:
Umkehrosmose
Bei diesem physikalischen Verfahren wird Wasser unter hohem Druck durch eine extrem feine Membran gepresst. Salze, Mineralien und andere Verunreinigungen werden dabei zurückgehalten. Das Ergebnis ist nahezu reines Wasser.
Ionenaustausch
Hier strömt das Wasser durch spezielle Kunstharze, die unerwünschte Ionen wie Kalzium oder Magnesium aufnehmen und gegen Wasserstoff- bzw. Hydroxidionen austauschen. Auch dieses Verfahren führt zu sehr niedrigen Leitfähigkeiten.
In der Praxis werden beide Methoden häufig kombiniert. Das von uns eingesetzte VE-Wasser – unter anderem von Gewapur – erreicht so eine Leitfähigkeit von unter 10 µS/cm und erfüllt damit hohe technische Anforderungen.
Lagerung und Handhabung im Handwerksalltag
Für den praktischen Einsatz beziehen wir VE-Wasser überwiegend in 1.000-Liter-IBC-Containern. Diese sind stabil, platzsparend und lassen sich über einen Ablasshahn sauber entleeren. Ein weiterer Vorteil: Die Container bleiben in unserem Besitz und können jederzeit wieder befüllt werden.

Für kleinere Baustellen oder Serviceeinsätze nutzen wir alternativ 20-Liter-Kanister oder 220-Liter-Fässer. Wichtig ist in jedem Fall eine sachgerechte Lagerung: Die Behälter bleiben geschlossen, werden vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und klar als technisches Wasser gekennzeichnet. VE-Wasser ist ausdrücklich kein Trinkwasser und wird bei uns entsprechend getrennt gelagert.
Wo VE-Wasser für uns unverzichtbar ist
Heizungs- und Kühlanlagen nach VDI 2035
Der wichtigste Einsatzbereich ist die Befüllung von Heizungs- und Kühlkreisläufen. Die VDI-Richtlinie 2035 empfiehlt den Einsatz von vollentsalztem Wasser ausdrücklich, um Schäden durch Kalk und Korrosion zu vermeiden. Kalk wirkt wie eine Dämmschicht auf Wärmetauschern und erhöht den Energieverbrauch. Salze können Korrosion und Lochfraß an Pumpen, Ventilen und Rohrleitungen verursachen. Für uns ist das Befüllen mit VE-Wasser daher Standard und ein klares Qualitätsmerkmal.
Metallverarbeitung in der Werkstatt

Nach Schweiß-, Schneid- oder Bohrarbeiten müssen Bauteile gereinigt werden. Leitungswasser kann dabei Rückstände oder Flecken hinterlassen. VE-Wasser verdunstet rückstandsfrei und verhindert Ablagerungen oder erste Korrosionsansätze auf blankem Metall.
Druckproben und Spülungen
Auch bei Druckprüfungen neuer Installationen setzen wir auf VE-Wasser. Sollte es während der Prüfung zu einem unbemerkten Austritt kommen, verdunstet das Wasser ohne Kalkränder oder Flecken – ein klarer Vorteil, besonders in fertigen oder sensiblen Innenräumen.
Weniger Kalk, weniger Korrosion – mehr Lebensdauer
Der größte Vorteil von VE-Wasser liegt in der Vorsorge. Durch den Einsatz von vollentsalztem Wasser lassen sich viele typische Schäden von vornherein vermeiden:
- keine Kalkablagerungen und dauerhaft hohe Energieeffizienz
- deutlich reduzierte Korrosion in Rohrleitungen und Bauteilen
- geringerer Wartungsaufwand und längere Lebensdauer der gesamten Anlage
Für uns bedeutet der Einsatz von VE-Wasser nicht nur technische Sicherheit, sondern auch Zuverlässigkeit gegenüber unseren Kunden. Wir installieren nicht einfach eine funktionierende Anlage, sondern schaffen die Grundlage für einen dauerhaft effizienten Betrieb.
Wichtiger Hinweis
VE-Wasser ist ein technisches Produkt und nicht für den menschlichen Verzehr geeignet.
Wer bei Heizungs-, Sanitär- oder technischen Anlagen Wert auf Langlebigkeit, Effizienz und Qualität legt, sollte den Einsatz von vollentsalztem Wasser frühzeitig berücksichtigen. Gerne beraten wir, wann VE-Wasser für ein Projekt sinnvoll ist und welche Vorteile sich daraus ergeben.